Geheimnis und Umkehr

„…Dein Vater, der das Verborgene sieht…“ Dieser Gedanke zieht sich durch die Stelle des Evangeliums, das in der römischen Liturgie die vierzigtägige Pilgerschaft „hinauf nach Jerusalem, hinauf zum Pascha“ eröffnet. 


Das Bewusstsein, dass das, was uns ins Auge fällt zu wenig ist, leuchtet uns ein. Den Blick aber zu schärfen für die Wirklichkeit, die hinter jedem und allen steht, fordert schon mehr und die Botschaft, dass wir dort, „wo uns keiner sieht“ gar nicht allein sind, sondern von einem Vater erwartet werden, macht froh und unruhig zugleich.Da gibt es aber auch noch einen anderen Aspekt. Das Bewusstsein für das innere Leben jedes Mitmenschen, sein für uns unzugänglichen Geheimnis schärft unseren Blick und wir lernen, in unserem Umgang behutsam und mit unseren Urteilen zurückhaltend zu werden. Das ist ein zugegebenermaßen langer Prozess. Es fordert die radikale Abkehr von vermeintlichem Wissen, „unserem System aus „a priori’s“, starren Zuordnungen und „Glaubenssätzen“.

Wenn wir unserem Gegenüber und der Realität um uns mit dem Blick dafür begegnen, dass sie so wie wir auf die Vollendung in Gott hin angelegt sind, haben wir genau die Reinheit des Herzens, die kontemplative Grundhaltung, zu der uns das Evangelium ruft und dann verändert sich die Welt auf eine Weise, die uns zwar verborgen ist, die aber „unser himmlischer Vater schon längst sieht“.

 

  

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