Nüchternes Erwachen

  Man frage mich nicht, wer auf diese Wahnsinnsidee verfallen ist. Ich war es nicht. Versucht man, es zu objektivieren: wir haben in den letzten Tagen alle miteinander mehr inhaltsstarke Getränke konsumiert als sonst. Wie auch immer: schon am zweiten Tag des Jahres 2016 finde ich mich hier, am schrecklichsten Ort Österreichs.  Nicht weit von Wien aber noch näher dem unsympathischen Orbanreich. 

  
Schluss mit dem Herumreden: wir sind mit Ausnahme meiner klugen Tochter alle im ominösen Outletcenter von Parndorf (kroatisch: Pantrof) im gefrierenden Nebel unter einer „Schar die niemand zählen kann“ und darauf aus ist, hier ihr sauer verdientes Geld liegen zu lassen. 

  
Der Beweis meiner These wird hier erbracht: „Jahreswechsel“ ist reine Illusion. Es ist alles beim Alten geblieben. 
Auch die Leere ist dieselbe, die ich  hier das letzte mal spürte, als ich feierlich versprach, diesen Ort des Schreckens nie mehr zu betreten. Meine Zuflucht ist das heillos überfüllte „Segafredo“,wo ich vermutlich die nächsten Stunden verbringen werde und Menschen beobachte. Sie sind ja alle da: Tiroler, Ungarn, Salzburger ,Slowaken, Oberösterreicher, Ukrainer, Wiener , Tschechen , Italiener und Niederösterreicher, Steirer, Kroaten, Kärntner, Slowenen, Burgenländer und Serben, Innviertel und Türken: und alle ticken sie gleich , 

  
wenn es ums „Haben“ geht.  

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Ein Gedanke zu “Nüchternes Erwachen

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