Angst am Balkon

„Ob der Supermond heute Abend den Hochnebel besiegt?  Und wenn er es nicht tut, was dann?“ fragt mein Nachbar Karl sichtlich besorgt.  „Wenn er es aber tut, was dann?“ frage ich. 

Mein netter Nachbar  sieht mich fragend an. „Klar“ sagt er…. „die Bilderberger“ 

„Ich tippe eher auf die Templer“ sage ich. „Egal. So oder so hat alles zurzeit ungeahnte Bedeutung.“
„Wie auch immer mir gehts um meine Bilder auf meinem Blog.“ meint Karl. 

„Klar blogge ruhig weiter. Leuten wie dir gehts auch am „Day After“ noch um die Klickzahlen.“ 

„Fängst du jetzt auch schon an zu spinnen ?“ fragt Karl besorgt. „Die Welt ist voller Irrer. Sie dich mal im Netz um: eine einzige Katastrophenstimmung.“
„Und warum soll ich das all den Unlebenden im Netz überlassen?Ich habe auch das Recht auf Angst und Katastrophenstimmung!“

„Recht hast. Willst du ihn blutrot oder in Grautönen?“ fragt Karl.

„Tu mir den Gefallen und mach es so apokalyptisch wie möglich“ 

„Ist gut“ meint er „aber ich hoffe, er kommt überhaupt zum Vorschein“

„Und wenn nicht, dann weißt Du ja, was das bedeutet.“

„Hochnebel“ sagt Karl und verschwindet. 

„Du unglücklicher Abknirps“ ruf ich ihm nach. Und ich weiß, dass er mich noch hört. Und mache mich schon jetzt daran einen vernichtenden Kommentar für seinen nächsten Blog zu schreiben. 

Ich werde ihn noch das Fürchten lehren….

Usque ad mortem


Etwas gebeugt war er, aber das passte zu ihm. Es verlieh seiner sonst noblen Erscheinung die einem Mönch angemessene Aura der Bescheidenheit Er war hoch gewachsen und hatte stets perfekt gekämmtes, volles,weißes Haar. Seinem durchdringenden Blick konnte man sich nicht entziehen, wenn er einen traf, was nicht allzu häufig der Fall war. 

Seine Stimme war kräftig und hatte eine gewisse herablassende Art, die den Aristokraten nicht verbergen konnten. Lediglich sein Gehör machte ihm zu schaffen. Am Chorgebebet nahm er nicht mehr Teil, seit das neue Stundenbuch eingeführt worden war. Er zog statt dessen morgens und nachmittags immer zur selben Zeit seine Kreise im Konventgarten und betete „sein“ Brevier, wie er es nannte. Früh morgens schon zelebrierte er täglich die Messe im alten Ritus. Es kümmerte ihn nicht, wenn ihn ein allzu eifriger Mitbruder darauf aufmerksam machte, dass er dazu eigentlich eine Erlaubnis aus Rom brauche. Wie immer, wenn ihm etwas nicht passte reagierte er entweder gar nicht oder holte sein Hörgerät aus dem Ohr, drehte umständlich daran herum und schaute den jeweiligen Gesprächspartner groß an: „Wie meinen Euer Hochwürden ? Die Batterie ist schon wieder passé“. Mit dieser Szene beendete er die meisten unangenehmen Gespräche.

Ich hatte nicht oft die Ehre eines Gespräches mit diesem trotz seiner Kaprizen und seines Gehabes durchaus weisen und beeindruckenden Mitbruder.

Eines Tages jedoch, es war schon am Ende meiner Zeit im Kloster und man wusste schon allgemein von meinem Entschluss, klopfte er mir beim Frühstück auf die Schulter und lud mich zum Spaziergang ein. Wir wanderten eine weite Strecke fast schweigend und ich begann mich schon zu fragen, warum er mich zu diesem Gang eingeladen hatte. 

Ich weiß es noch genau wo es war: wir standen vor dem Gedenkstein eines verstorbenen Mitbruders, der an dieser Stelle  Jahrzehnte zuvor durch einen Blitzschlag zu Tode gekommen war. Wir murmelten gemeinsam das „De profundis“ und verharrten eine Zeit in weiterem Schweigen. Da begann er plötzlich: „Wenn man es nur wüsste. Wenn man es nur wüsste …“ „Was meine Sie P. Placidus?“ unterbrach ich ihn. „Es wäre alles so viel leichter wenn man wüsste, ob nach unserem Tid uns wirklich mehr erwartet als nur so ein Stein“ er klopfte behutsam mit sein noblen Spazierstock auf den Gedenkstein. „Er und ich wir waren gemeinsam in der Schule, dann im Noviziat…Profess, Priesterweihe alles gemeinsam. Freunde waren wir nie. Wir waren zu verschiedenen. Ich war immer eher der reservierte Skeptiker. Er hatte einen so unerschütterlichen Glauben, wir ein Kind. Am Tag als ihn der Blitz traf, hatte er noch im Konvent gepredigt über das Himmelreich und das ewige Leben. Später sagten die Mitbrüder, er habe wohl eine Vorahnung gehabt. So ein Wahnwitz. Vorahnung. Unsinn. Der Blitz hat ihn getroffen. Einfach so ohne Vorwarnung und Vorahnung. Blindes Schicksal. Einfach weg. Zack weg. Ich hab mich mein ganzes Leben nicht an dem Gedanken gewöhnen können, dass unser Tod unabwendbar daherkommt. Heute als alter Mönch und Priester steh ich da und erkläre dir, dem jungen Spund, dass ich immer noch nicht glaube und dass ich genau deshalb im Kloster geblieben bin bis heute. Trotz all des miserablen Niveaus unserer Mitbrüder. Alles was mich vor der Verzweiflung schützt ist, dass ich festhalte und beharrlich mein Brevier und meine Messe lese. Vielleicht rettet mich das auch, wenn mein Tod einmal daherkommt. Man muss aushalten. Man muss durchhalten. Alles andere führt zu nichts.“ 

Ich schwieg lange. Dieses Rede war wie plötzliches, heftiges Gewitter über mich gekommen. 

Er schwieg ebenso und schwankte etwas. Ich stützte ihn. „Geht schon wieder“ meinte er und holte tief Luft. „Und wenn es der Liebe wegen ist“ er wollte offensichtlich eines drauf setzen, „dann kann ich dir nur sagen. Es zahlt sich nicht aus. Er da- er deutete wieder auf den Gedenkstein- „ hatte auch kurz eine Flamme. Man wusste es. Aber du weißt ja, wir reden nicht über solche Dinge. Jetzt nach so vielen Jahren kann ich es ja ruhig sagen… er hatte ein Verhältnis mit einer Frau. Eine kurze Affäre halt, nichts weiter. Sein Sohn war dann einige Jahre bei uns und ist vor der ewigen Profess auf und davon gewesen. Jemand hatte ihm gesteckt, wer sein Vater gewesen war. Zwei Monate später hat ihn ein Betrunkener überfahren.so schnell geht das. “ 

Wir setzten unseren Weg fort. Ich fand keine rechten Worte.  An einer Stelle,von wo man  die Abtei und das darunterliegende Tal gut im Blick , blieben wir kurz stehen. Er deutete aufs Kloster: „Ausharren usque ad mortem, das ist vielleicht das einzige was den Menschen zum Menschen macht, egal was danach mit ihm passiert.“

„Verzeihen Sie P. Placidus, wenn ich Ihnen widerspreche. Ich glaube nicht dass Ausharren an sich heroisch oder erstrebenswert ist.“ Jetzt brach es aus mir heraus und ich musste es los werden schon diesem alten sturen Mann zuliebe, der dich aus Angst vor dem Tod verschanzt hatte in ein kleines, nobles Gefängnis. „Abraham, Mose, Jesus, sogar unser Hl. Benedikt… alle sind sie ständig im Glauben aufgebrochen. Sie wussten auch nicht wohin. Sie glaubten und darum ließen sie immer wieder alles zutück und wagten Neues. Sie sagten, es wäre alles leichter, wenn wir wüssten, was kommt. Es wird nicht leichter, wenn wir wissen. Im Gegenteil. Es ist gut, dass wir uns langsam nach vorne tasten. Ausharren bist um Tod. Das haben auch die Soldaten …“ weiter kam ich nicht, denn er blieb stehen, stampfte auf den Boden und meinte mit dem Ton eines Richters: „Der Prior hat recht: Du hast keine Berufung.“ Wir gingen schweigend weiter ich wollte noch etwas sagen aber er drehte bedeutungsschwer an seinem Hörgerät. Dann schaute er mich an und sagte plötzlich: „Aber es könnte ein guter Mensch aus dir werden – trotzdem.“ 

Am Abend ging ich zur Vesper. Ich sah aus dem Fenster: P. Placidus zog nicht wie gewohnt seine Runden sondern saß auf der Bank, „sein Brevier“ im Schoß,  mit dem Blick in die Ferne. 

Ich war mir sicher: er und der Prior hatten recht: ich hatte keine Berufung. Aber ein Mensch könnte aus mir werden. Keine schlechte Perspektive. 

So oder so ähnlich zumindest war es, wenngleich natürlich jeder Rückschluss auf konkrete Personen und Orte völlig unzulässig ist. 

9. November „Tag der Zukurzgekommenen“


Aus der kleinen Perspektive eines mit Fieber Daniederliegenden ist der heutige Tag weniger historisch als bedrängend.Am 9. November vor 78 Jahren zerstörten deutsche und österreichische „Wutbürger“ – meist Christen und die Generation meiner Großeltern – Synagogen, schändeten Thoraschreine und – rollen, verbrannten sie, zerstörten und brandschatzten jüdische Einrichtungen, Wohnungen, Geschäfte. Noch in meinem Geschichtsunterricht hörte ich, der Großteil des Mobs seien die „Zukurzgekommenen“ gewesen. Was für ein Hohn. Die Täter waren also nichts anderes als selber Opfer???

Jüdische Gotteshäuser wurden zerstört, auch- und das schreibe ich als Katholik – von verhetzten Katholiken akkurat am Abend des hohen Weihefestes der Lateranbasilika in Rom, die den Titel „Mutter und Haupt aller Kirchen auf dem Erdkreis“ trägt. Einen Aufschrei des römischen Bischofs jener Tage, sucht man bis heute vergeblich. Wenn es ihn gab, war es ein stummer Schrei.

Am 9. November 1989 „fiel“ die Berliner Mauer. Wie viel Hoffnung wurde damals geweckt! Und wie viele andere Mauern stehen bereits wieder und werden geradezu wütend verteidigt. Was also gibt es da heute zu feiern, wenn jetzt zur Stunde  etwa in Jena neonazistische Gruppen wieder aufmaschieren? Sind wohl auch „Zurkurzgekommene“..,,

Und an so einem bedeutungsschweren Tag dreht sich hierorts fast alles um einen eitlen Multimilliardär, der obwohl von jeder Bildung und politischen Erfahrung frei, seinen fraglich historisch zu bezeichnenden Erfolg wieder dem Protest von „Zukurzgekommenen“ verdankt. Und das wird von manchen Beobachtern gar als Erfolg der Demokratie gewertet.

Wie gesagt: „Gedanken zum Tag“, geschrieben im Fieber, unterbrochen von Hustenanfällen. Nicht sehr stringent, nicht tiefgehend. Eher banal. Vielleicht auch die Gedanken eines Zukurzgekommenen.

Lyrik des Allabends


Wenn du schwer erkältet bist und dir der Bus vor der Nase davon fährt, der Busfahrer blöd grinst, weil er wieder einen draußen stehen hat lassen. Wenn du dann so da stehst, hustend, mit dauern rinnender Nase und der Wind dir eiskalt ins Gesicht bläst, ist dir wohl nicht nach der „Lyrik des Alltags“ zumute. Wenn du dann trotzdem nicht fluchst und jammerst, liegt das weniger daran, dass du ein unerkannter Held bist. In Wahrheit bist du nur ausgelaugt und müde. Prosaisch müde. Nicht einmal die frustrierten Gesichter, die es so nur in Wien gibt, können dir etwas an. Dieser Zustand kurz vor dem Schüttelfrost ( während ich das schreibe hält der Bus an der Station Schüttelstrasse- was für ein böser Witz)  hat etwas tänzelndes, traumschwangeres an sich. Er macht dich mild und nachsichtig. Sie sind alle nur Menschen wie du: frierend, müde mit schmerzendem Rücken und müden Gliedern. Alle hungern sie nach Mitleid und Nähe nach Wohlwollen und einem warmen Getränk. Selbst die banale Erkältung birgt ein kleines Lied in sich- ein Lied auf den Menschen, wie er ist

‚L’avenir“- „Alles was kommt“ und viele Fragen

Heute Sonntag endlich wieder einmal im Kino und gleich ein paar frische Eindrücke dazu:

„L’avenir“- „Alles was kommt“, eine in der bürgerlich intellektuellen Elite Frankreichs angesiedelte Abfolge von Szenen des Lebens einer Philosophielehrerin in den  Mittfünfzigern, der nach und nach all das abhandenkommt, was ihr  Leben bis dahin bestimmt:  die Kinder sind erwachsen, die zur Gewohnheit gewordene Ehe zerbricht fast lautlos, die narzisstische Mutter wird zum Problem- und Pflegefall und stirbt schließlich. Ihre erfolgreichen Bücher werden vom Verlag aus dem Programm genommen… zum ersten Mal fühlt sie sich, auf dem Gipfel der Krise angekommen, „frei“ wie sie einem befreundeten ehemaligen Schüler anvertraut. Was genau diese Freiheit ausmacht wird allerdings nicht greifbar. Der Versuch, mit den anarchistischen, revolutionären Freunden ihres früheren Schülers, eine gemeinsame Ebene zu finden scheitert. Zu weit hat sich die ehemalige kommunistische Studentin von ihren jugendlichen Idealen entfernt. Glücklich scheint sie kurz und paradox mit der einst verhassten Katze ihrer verstorbenen Mutter.  Die Geburt ihres ersten Enkelsohnes lenkt ihr Leben allerdings erst in neue Bahnen. Die Zukunft, die der Titel ankündigt bleibt dennoch  vage.

Der Film überzeugt insgesamt weniger durch seine eher schwerfällige Handlung, deren roter Faden unbestimmt bleibt, als seine bestechend schönen Aufnahmen. Besinnliche, fast kontemplative Bilder aus der Bretagne oder den französischen Alpen wechseln mit dem pulsierenden Leben der Großstadt Paris. Sie sind intensiv, stimmig und die immer wieder eingeflochtenen philosophischen Zitate etwa aus den Unterrichtsszenen oder auch  dem Pasacaltext, der zum Begräbnis der Mutter gelesen wird, regen zum Fragen und Nachdenken an. Gerade weil sie fragmentarisch und willkürlich scheinen  bilden sie die Grundstimmung einer bereits alternden Generation ab, die wesentlich mehr Fragen als Antworten hat.

Nur andeutungsweise scheint  die Suche nach Transzendenz durch: etwa wenn sich die Philosophin nach dem Auszug ihres Mannes darüber echauffiert, dass er die Werke von Levinas und Buber mitgenommen hat und sie etwas später auf einer Zugreise ein neu erworbenes Buch von Levinas aus der Tasche zieht. Auch das zu Beginn hell leuchtende Kreuz  am Grab von Chateaubriand  bildet eine Spanne zur letzten Szene, in der die frischgebackene Großmutter ihren kleinen Enkelsohn am Weihnachtsabend in den Schlaf singt.

Am Ende bei aller scheinbaren Willkürlichkeit ein positiver Film, der Mut macht, Fragen zu stellen oder sich den Fragen zu stellen, mit denen  uns die unvermeidlichen Brüche im Leben konfrontieren.

Ich höre immer „Schisma“

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In Multiloquio non effugies peccatum, sagt der Hl. Benedikt. Worte haben nicht bloß eine unbestimmte Wirkung, sie schaffen Fakten. Das dieser Tage in den sozialen Medien häufig gewordene Gerede vom innerkirchlichen Schisma ist alles andere als harmlos. Akkurat seit „Amoris Laetitia“ wird aus einer bestimmten Ecke eine Spaltung herbeigeredet, das nichts mit Freude und noch weniger mit Liebe zu tun hat. Dass das Schlussdokument zu den beiden Familiensynoden für manche starke Kost ist, scheint evident, doch damit teilt es das Schicksal vieler Dokumente des II Vatikanums, vor allem aber auch von Humanae Vitae und anderen päpstlichen Lehrschreiben. Ja, Dissens ist meines Erachtens sogar ein Kontinuum durch die Geschichte der Kirche hindurch. Angefangen von der Entscheidung des sogenannten Apostelkonzils, das bereits die frühen Christen polarisierte über all die wichtigen Entscheidungen der Konzile und Päpste in der Geschichte: die Einheit der Kirche gründete selten auf einer simplen Einmütigkeit in Lehrfragen. Die Definition der päpstlichen Unfehlbarkeit kam bekanntlich nicht unwesentlich durch die Abreise zahlreicher Konzilsväter vor der Abstimmung zustande. Die „altkatholischen“ Abspaltungen in seiner Folge blieben trotzdem Marginalien. Von Schisma keine Rede. Aber von begeisterter Einmütigkeit konnte damals wohl auch nicht die Rede sein. Kein geringerer als der emeritierte Papst hat in seinen jüngst veröffentlichten „letzten Gesprächen“ gestanden, dass er im Priesterseminar bei aller Katholizität ein gewisses distanziertes Verhältnis zu „Rom“ vermittelt bekam, sodass er erst sehr spät dazu kam, eine Pilgerreise zu den Apostelgräbern zu machen. Kurz: was die Einheit der Kirche ausmacht ist keine unterwürfige Ergebenheit sondern eine Einheit, die im Eigentlichen wurzelt: in der Feier der einen Eucharistie und im einen Gebet. Der Hl. Ignatius von Antiochien, jener große Märtyrer der frühen Kirche- heute haben wir seiner gedacht- wusste aus eigner Erfahrung sehr gut um die gar nicht selbstverständliche Einheit der Kirche. Aber statt sie „wegzureden“ , schrieb er an die verschiedenen Ortskirchen flammende Apelle zur Einheit in der Agape, die er vor allem in der Eucharistie verwirklicht sah und in der Person dessen, der dieser vorsteht: des Bischofs nämlich und schon er sprach unter anderem von der Kirche in Rom, die den Vorsitz in dieser Liebe (agape) hat.
Wer daher nun von Schisma und Spaltung redet, statt der Einheit der Kirche zu dienen- auch mit dem Engagement in den sozialen Medien- muss sich von Ignatius von Antiochien fragen lassen, ob er etwas verstanden hat, von der Einheit der Kirche und ob sie ihm/ihr denn auch wirklich Herzensanliegen ist. Wenn ja, dann achte jeder auf seine Wortwahl und die Begriffe, die er in Umlauf bringt

Bekenntnis ?

Ich finde es gut und richtig, dass David Berger endlich das von ihm an verschiedenen Stellen verbreitete Gerücht der Homosexualität unseres emeritierten Papstes in aller Form widerruft. Nicht, weil ich diesen Geschichten jemals geglaubt hätte, sondern weil es die Gerechtigkeit an sich fordert, Falsches richtig zu stellen.

Zugleich verfällt aber, und ich erkenne keinen logischen Zusammenhang, Berger in ein neues Papstbashing und schließt sich ausgerechnet den haltlosen Thesen von Alexander Kissler gegen Papst Franziskus  an.

Ehrlich gesagt, halte ich erstere Verleumdung in jeder Form für inakzeptabel. Ich habe, wie gesagt,  Bergers Rede von angeblichen Beweisen der Homosexualität Papst Benedikts nie Glauben geschenkt. Sie tat weh. Ich litt mit dem Papst. Aber ich leide über die philosophisch und theologisch maskierte in Wahrheit aber eitle und meist hanebüchen konstruierte Kritik am Papst Franziskus nicht weniger. Genauer besehen ist sie noch perfider, gerade weil sie sich so fachmännisch und wissend gibt.

Kurz: war das erste Papstbashing leicht durchschaubar und daher auch leicht abwinkbar ist das neue gefinkelter und daher in sich deutlich ungerechter . Es wird diesem Papst, der nichts anderes will, als uns alle dem Evangelium, d.h. der Begegnung mit Jesus näher zu bringen, schwer unrecht getan , man  verdreht seine Botschaft, diskreditiert ihn und das nur weil man sich weigert, ihm auch nur ein wenig an Wohlwollen entgegen zu bringen, ohne das jedes Verstehen unmöglich ist, um den emeritierten Papst zu zitieren.

Meine Frage an David Berger: wem nützt derlei „Bekenntnis“?